Lasse ich die Wirklichkeit Gottes in meinem Leben zu?

Wie oft nimmt einen der stressige Alltag gefangen? Ein Tag hat 24 Stunden, welche doch, bei genauerem Hinsehen, irgendwie bereits im voraus verplant sind. Uni, Sport, Hobbys, Einkaufen, Haushalt etc. lassen an manchen Tagen kaum Zeit, sich auf eine andere Wirklichkeit, auf die Suche und Nähe Gottes, einzulassen. Der Gottesdienst am Sonntag ist da vielleicht mal die Ausnahme. Doch selbst dort sind die Gedanken oftmals an „anderen Orten“ als im Gottesdienst. Und so kann auch die Messe an einem vorbeiziehen wie ein Zug am Bahnübergang und die Worte fallen wie im Gleichnis vom Sämann auf trockenen und harten Boden und können keine Frucht bringen.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob ich die Wirklichkeit Gottes in meinem Leben zulasse? Lasse ich mich immer wieder ansprechen und berühren von der Wirklichkeit Gottes?

In der heutigen Zeit ist man teilweise erschlagen von den vielen Eindrücken und Bilder, die auf einen einwirken. Allein das Handy stellt unser Gehirn vor große Anstrengungen und fordert uns ständig auf, Nachrichten zu bearbeiten oder nachzulesen oder ein Selfie zu schießen. Wo ist da noch der Glaube an den Auferstandenen? Oder anders gefragt, lasse ich die Wirklichkeit Gottes nur bei „gutem Wetter“ zu?

Der Heilige Franziskus stellte in diesem Zusammenhang die Frage, wie kann ich Christus entschieden nachfolgen – ohne Wenn und Aber – und so die Wirklichkeit Gottes in das Leben lassen? Mit dem Entkleiden auf dem Marktplatz von Assisi und die Rückgabe der Sachen an den Vater zeigt uns Franziskus, dass die Nachfolge Christi heißt, radikal sein Leben zu ändern und auszurichten auf das, was wirklich zählt. Franziskus brach aus  dem Alltag als reicher Kaufmann heraus und ging entschlossen einen anderen Weg.

Wir sind nicht alle in der Lage, die Nachfolge Jesu so kompromisslos und drastisch zu leben wie Franziskus. Das Ausbrechen aus dem Alltag müssen aber nicht immer die großen Taten sein. Bereits für jemanden zu beten, jemanden ein Stück des Weges zu begleiten oder auch dem Gegenüber ganz aufmerksam zuhören, kann ein solcher Ausbruch und Aufbruch sein. Es geht darum, das eigene Leben zu ändern und das in den Blick zu nehmen, was wirklich wichtig ist: menschliche Nähe, Zugewandtheit zum Gegenüber, Ernst nehmen der anderen Ansichten und Sorgen. In einem solchen Handeln sind wir ganz beim anderen und genauso ganz bei sich – nicht abgelenkt durch Handy oder Termindruck. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ ist dann in diesen Taten präsent.

 


Über den Impulsgeber:

Tobias Bergold ist Student an der WWU Münster. Er stammt aus dem Rheinland und lebt seit Studienbeginn in Münster. Er ist Mitglied der studentischen Weggemeinschaft (http://www.nichts-ohne-liebe.de/geistliche-weggemeinschaft-fuer-studierende/).

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